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Geschichte des Instituts

Die Gründung als eigenständiges Institut erfolgte 1968.

 

Direktoren des Instituts waren bzw. sind: 

 

Prof. Dr. med. vet., Dr. med. vet. h. c. Dipl. Landw. H. Meyer (1968-1993)
Prof. Dr. med. vet., Dipl. Ing. agr. J. Kamphues (1993-1999)
Prof. Dr. med. vet. M. Coenen (1999-2003)

Prof. Dr. med. vet. Dipl. Ing. agr. J. Kamphues seit 2003

 

Die Geschichte der Tierernährung in Hannover

Die Tierernährung hat in der Ausbildung der Tierärzte eine lange Tradition. Schon bald nach der Gründung der Hannoverschen Thierarzney-Schule im Jahre 1778 wurden die Eleven mit Futterpflanzen in einem eigens dafür angelegten Botanischen Garten vertraut gemacht. In den Lehrplänen voriger Jahrhunderte wird stets auch die Diätetik genannt. Eine drei Wochenstunden umfassende Vorlesung vermittelte den angehenden „Roßärzten“ einen Einblick in die Pferdefütterung und die wichtigsten Kennwerte der Futter- und Giftpflanzen. 

Dennoch blieb die Veterinärmedizin im 19. Jahrhundert mit der Tierernährung auf Distanz. Es kam zu keiner eigenständigen Ernährungsforschung, vermutlich weil die ernährungsbedingten Störungen im Spektrum der Tierkrankheiten nicht auf den ersten Plätzen rangierten. Allenfalls die durch Giftpflanzen, verdorbenes Futter oder durch Fehler in der Fütterungstechnik bedingten Störungen beim Pferd fanden seinerzeit das entsprechende wissenschaftliche Interesse.

Da die Diätetik stets gemeinsam mit der Tierzucht gelehrt wurde, blieb sie auch nach Gründung eines eigenen Instituts für Tierzucht (1913) dort angekoppelt. Sein erster Leiter, Prof. Dr. Dr. h.c. C. KRONACHER (1916-1929) widmete beim Aufbau des neuen Instituts trotz ausgesprochen züchtungsbiologischer Neigung der Tierernährung und Futtermittelkunde nachhaltiges Interesse. Eine umfassende Futtermittelsammlung sowie ein vorbildlich angelegter Gräsergarten boten gute Voraussetzungen für einen anwendungsbezogenen Unterricht.

Erste experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet der Tierernährung erstreckten sich auf Wachstumsstudien und Nährstoffbedarfsermittlungen bei Ziegen und Kaninchen sowie die Bedeutung von Vitamin D in der Schweinemast. Durch Untersuchungen über die Ursachen der Ziegenmilchanämie wurde bereits ein Themenkreis angeschlagen, der im Hinblick auf die weiteren Aufgaben der Tierernährung richtungsweisend war: Der Nährwert der von Tieren stammenden Lebensmittel und die Beeinflussung ihrer Qualität durch die Fütterung.

KRONACHERs Nachfolger, Prof. Dr. H. BUTZ (1929-1960), blieb bei den genannten Themen. Untersuchungen über den Eisen-Stoffwechsel beim Schwein, die Bedeutung von Vitamin D für die Leistung von Nutztieren, Schadwirkungen durch Futtermittel u. v. a. m. zeugen von vielseitigen Aktivitäten auf dem Gebiet der Tierernährung in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Kriegs- und Nachkriegsereignisse beeinträchtigten diese Entwicklung erheblich, und erst Mitte der 50er Jahre konnten im Tierzuchtinstitut wieder Themen aus der Tierernährung (Kohlenhydrat-, Stickstoff-, und Schwefelumsatz im Pansen, Magnesium-Stoffwechsel beim Wiederkäuer) aufgenommen werden. Mit Berufung des neuen Leiters, Prof. Dr. G. COMBERG, wurden im Jahre 1960 die Weichen für eine eigenständige Tierernährung gestellt, da der Senat aufgrund der divergenten Entwicklung von Tierzucht und Tierernährung vor allem im methodischen Bereich und der zunehmenden Bedeutung der Ernährung für die Gesundheit der Tiere sowie die Qualität der von Tieren stammenden Lebensmittel eine Trennung der beiden Gebiete beschlossen hatte. Diese Entscheidung konnte jedoch erst 1967 nach Fertigstellung des neuen Gebäudes für das Institut für Tierzucht und Vererbungsforschung am Bünteweg realisiert werden.

Der erste Leiter des neu entstandenen Instituts für Tierernährung war Prof. Dr. Dr. h. c. H. MEYER (1968-1993), aus dessen Feder international anerkannte Werke wie die „Pferdefütterung“ oder die „Ernährung des Hundes“ stammten. Im Jahr 1993 übernahm Prof. Dr. J. KAMPHUES den Lehrstuhl, dessen Ausrichtung auf eine tierärztliche Tierernährung ihm immer eine Verpflichtung war und bleibt.

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