Sie sind hier:

Forschungsschwerpunkte

Experimentelle Epilepsieforschung: Basalgangliendysfunktionen und intrazerebrale therapeutische Behandlungsansätze

Die Basalganglien (Nuclei basales) sind anatomisch und funktionell verbundene, subkortikale Hirnregionen, die an motorischen, kognitiven und limbischen Funktionen beteiligt sind. Dysfunktionen der Basalganglien spielen bei unterschiedlichen neurologischen Erkrankungen eine wichtige Rolle, wie beispielsweise bei verschiedenen Bewegungsstörungen, aber auch bei Epilepsien. Die Basalganglien und assoziierte Regionen sind an der Ausbreitung und Modulation epileptischer Anfallsaktivität mit Ursprung im limbischen System beteiligt. Darüber hinaus unterliegen die Basalganglien plastischen Netzwerkveränderungen als Folge wiederholter epileptischer Anfallsaktivität, und sie sind in Mechanismen der Pharmakoresistenz bei Epilepsien involviert.

 

Die Physiologie und Pathophysiologie der Basalganglien und assoziierter Hirnregionen bei Epilepsien untersuchen wir unter Verwendung verschiedener experimenteller Methoden (Neurophysiologie, Immunhistochemie, Neurochemie, Zellbiologie) auf Netzwerkebene, neuronaler Ebene und subzellulärer Ebene. Neben diesen pathophysiologischen Studien stehen experimentell-therapeutische Manipulationen im Vordergrund. Hier kommen insbesondere lokale, intrazerebrale pharmakologische Manipulationen, neuronale Transplantationen und hochfrequente tiefe Hirnstimulationen zum Einsatz. Ziel der Studien ist, neue Ansatzpunkte für die Therapie von Epilepsien bei Tier und Mensch zu definieren.

U.a. im Rahmen der DFG-Forschergruppe 1103 „Neurodegeneration und -regeneration bei ZNS-Erkrankungen des Hundes" untersuchen wir verschiedene intrazerebrale Therapiestrategien. Zum Beispiel führen wir hier präklinische Studien durch, in denen geeignete Pharmaka chronisch intrazerebral in ausgewählte Basalganglienregionen infundiert werden, oder geeignete neuronale Zelllinien oder embryonale neuronale Vorläuferzellen in bestimmte Basalganglienregionen transplantiert werden, um eine langanhaltende antikonvulsive Wirksamkeit zu erzielen.

 

Im durch die Förderinitiative "Experiment!" der VolkswagenStiftung unterstützten Projekt „Spider silk anchoring system for cell grafting into challenging brain environments“ gehen wir zusammen mit Prof. Dr. C. Radtke aus der Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der MHH der Frage nach, ob sich mit biologisch abbaubarer Spinnenseide ein „intrazerebrales Ankersystem“ entwickeln lässt, um eine unerwünschte Migration transplantierter Zellen aus der Basalganglien-Zielregion zu vermeiden. Ziel dieser Verankerung ist eine erleichterte, räumlich begrenzte Integration transplantierter Zellen innerhalb der Zielregion und damit eine verbesserte antikonvulsive Wirksamkeit in der präklinischen Epilepsieforschung.

Kontakt
Schnell- & Themenzugriffe
Diese Seite