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Unser Verständnis von One Health

One Health ist ein international verwendeter Begriff, der von vielen Institutionen genutzt wird, um ihre Tätigkeiten zu beschreiben.

 

Auf Grund der zahlreichen Projekte und Zusammenhänge, in denen der Begriff One Health auftaucht, hat er eine sehr weit reichende Bedeutung angenommen und wird unterschiedlich definiert.

 

Wir als "WHO Collaborating Centre for Research and Training for Health at the Human-Animal-Environment Interface" (WHO CC HAEI) verstehen One Health und seine themenverwandten Begriffe in Anlehnung an die WHO, die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) und die Europäische Kommission (EK).

Was ist One Health?

One Health beschreibt die Wechselbeziehung von Mensch, Tier und Umwelt und zielt auf die Verbesserung des öffentlichen Gesundheitswesens (Public Health).

 

Das Zusammenleben von Mensch und Tier in einem gemeinsamen Ökosystem führt dazu, dass eine große Anzahl an Krankheitserregern an beide Spezies adaptiert ist oder zwischen diesen übertragen werden kann.

 

Dabei steht das Tier zum einen selbst als lebender Vektor, zum anderen als Lieferant des Vektors Lebensmittel im Fokus für die Gesundheitsprävention des Menschen.

 

Für diese Prävention ist eine fein abgestimmte Zusammenarbeit von Fachleuten aus den Bereichen Public Health, Tiergesundheit, Pflanzengesundheit und Umwelt notwendig.

 

One Health verbindet die interdisziplinären Wissenschaften mit Regierungen, Experten und unabhängigen Organisationen auf lokaler, nationaler, regionaler und globaler Ebene.

Was ist Public Health?

Public Health analysiert den Gesundheitszustand einer Bevölkerung, um diesen zu verbessern.

 

Die menschliche Biologie ist hierbei genauso im Fokus wie die Lebensweise und die Umwelt einer Bevölkerungsgruppe sowie das System ihrer Gesundheitsversorgung.

 

Dabei stehen die Förderung der körperlichen sowie psychischen Gesundheit, Strategien zur Prävention von Krankheiten und Reformprozesse in den Versorgungssystemen im Mittelpunkt der Forschung von  Wissenschaftlern aus Human- und Veterinärmedizin, Epidemiologie, Ökonomie, Soziologie und Politik.

Was ist Veterinary Public Health?

Veterinary Public Health (VPH) ist ein wichtiges Teilgebiet von Public Health, das vor allem in der Verantwortung von Veterinärmedizinern liegt.

 

Im Fokus dieses Bereiches liegt die Verbesserung der menschlichen Gesundheit und des menschlichen Wohlbefindens durch eine Optimierung des Gesundheitszustandes von Tieren.

 

Konkrete Themen von VPH sind Zoonosen, Lebensmittelsicherheit und Antibiotikaresistenzen.

 

Daneben beschäftigt sich dieses Teilgebiet auch mit dem Management der Gesundheitsaspekte von Versuchstiereinrichtungen und Diagnostiklaboren sowie mit dem Management von Haus- und Wildtierpopulationen.

 

Aufgabe von Veterinary Public Health ist es zudem nicht nur die Risiken abzuschätzen, die durch den Umgang mit Tieren und Lebensmitteln tierischen Ursprungs entstehen, sondern auch den Nutzen für den Menschen zu erkennen. So dienen Tiere dem Menschen z.B. als Sozialpartner, als Arbeitskraft, als Rohstofflieferant oder als Indikator für Umweltbelastungen.

Was ist Tiergesundheit?

Tiergesundheit beschäftigt sich an erster Stelle mit der Gesundheit und dem Wohlergehen von Tieren.

 

Dieser Ansatz ist ein wichtiger Teil des One Health-Gedankens, da Tiere und Menschen ein gemeinsames Ökosystem teilen und beeinflussen, während beide Seiten voneinander profitieren, aber auch Schaden nehmen können.

 

Im „Terrestrial Animal Health Code“ und im „Aquatic Animal Health Code“ legt die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) weltweite Standards zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierschutzes fest.

 

Die Organisation fordert unter dem Titel „Fünf Freiheiten zum Wohlergehen von Tieren“ die Bekämpfung von Hunger, Durst und Unterernährung, die Freiheit von Angst und Not sowie die Befreiung von körperlichen Beschwerden und temperaturbedingtem Stress. Die Freiheit von Schmerzen, Verletzungen und Krankheiten und die Forderung, Tieren die Auslebung ihres angeborenen Verhaltens zu ermöglichen, bilden die letzten zwei Punkte.

Was ist Pflanzengesundheit?

Pflanzengesundheit beinhaltet den Schutz von Getreide, Früchten, Gemüse, Blumen, Zierpflanzen sowie Wäldern vor Schädlingsbefall und Krankheiten durch andere Organismen.

 

Pflanzen nehmen eine immens große Rolle im Leben von Mensch und Tier ein, da sie unter anderem Nahrungsgrundlagen darstellen, Lebensräume gestalten, das Klima beeinflussen oder als Rohstoffe dienen.

 

Die Europäische Kommission unterstützt unter diesem Ansatz durch zahlreiche Gesetze und Projekte eine nachhaltige Landwirtschaft. Neben diesen Beiträgen sind auch der Schutz von öffentlichen und privaten Grünflächen, Wäldern und Landschaften wichtige Themen von Plant Health.

Was ist Umwelt?

Umwelt wird definiert als die auf ein Lebewesen einwirkende, seine Lebensbedingungen beeinflussende Umgebung.

 

Fauna und Flora genauso wie der Mensch selbst sind abhängig von Luft, Wasser und Biodiversität und beeinflussen diese auf ihre Art und Weise.

 

Auf dieser Grundlage wird deutlich, dass die Umwelt einen zentralen Aspekt von One Health bildet und alle Säulen des Konzepts miteinander verbindet.

 

Aufgabe von Wissenschaft und Politik sind somit der Schutz von Habitaten sowie der Erhalt von sauberer Luft und sauberem Wasser. Daneben sind die Erforschung von toxischen Chemikalien und die Förderung von nachhaltiger Wirtschaft global notwendig, um die Umwelt als Grundlage unserer Existenz zu erhalten.

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Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung
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